Sie sind hier: Tierrechte "Kampfhunde"  
 TIERRECHTE
Animal Rights
Derechos del Animal
Eur. Übereinkommen
Europ. Convention
"Kampfhunde"
Menschenrechte FR 1789
Menschenrechte UN 1948
Menschenrechte EU 1970

"KAMPFHUNDE"

Steuerzahler finanzieren Kampfhunde

Artikel aus Werra Rundschau 22.10.2010 Und was denkt der unbedarfte Leser... Dafür noch Geld ausgeben, die sollte man gleich um die Ecke bringen. Und alle anderen, die uns nur Geld kosten und nichts tun und nichts nützen, gleich mit. Es gibt so viel arme Kinder, dafür fehlt es und für die ist das Geld besser angelegt. Machen wir Nägel mit Köpfen und Schluß mit dieser übertriebenen Tierverantwortlichkeit. Ist denn nicht schon genug passiert, man liest es doch immer in der Zeitung... Die Vereinfacher haben das Wort! Und toll auch das Bild mitder "Bestie" hinter Gittern, 1000x gesehen.. Man könnte ja auch mal darüber nachdenken, was Menschen aus und mit Tieren machen um dort einwirken. Aber da sitzen dann viele mit in diesem Boot...




Nach der tödlichen Hundeattacke

Mit satirisch, kritischen Anmerkungen.

Nach der tödlichen Hundeattacke auf ein dreijähriges Mädchen in Sachsenburg im Kyffhäuserkreis verbietet Thüringen die Zucht von und den Handel mit Kampfhunden.


Der Freistaat werde alle Kampfhunde sterilisieren lassen.
Durch Sterilisation soll die Zahl der Kampfhunde innerhalb von etwa zehn Jahren "auf Null" reduziert werden.
Die bisher geltende Gefahrenhundeverordnung wird in ein "Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Tieren geändert.
Als Kampfhunde gelten "insbesondere" Pit Bull Terrier, American Staffordshire und Bullterrier. Auch genannt werden Staffordshire Bullterrier.
Einführung eines Hunde-Führerschein nach Schweizer Vorbild.
Die Halter von "gefährlichen Hunden" müssen eine Prüfung ablegen und eine Versicherung nachweisen.
Der Golden Retriever könne als gefährlich eingestuft werden, der Deutsche Schäferhund wiederum nicht.
Als Ordnungswidrigkeit geahndet mit bis zu 10.000 Euro. Strafe doppelt so hoch als nach der bisherigen Verordnung.
Besitzer müssen einen "besonderen Bedarf" an diesem Hund nachweisen, der nicht durch andere Rassen gedeckt werden kann.

Anmerkung:
Was nützen denn hohe Strafen und Versicherungen, wenn Menschen durch gefährliche Hunde zu Tode kommen. Führerscheine nützen eben so wenig wie auch geprüfte Autofahrer trotzdem tödliche Unfälle verursachen. Jetzt sterilisierte Hunde beißen 10 Jahre weiterhin. Da alle Hunde beißen können und auch kleine Hunde gefährliche Bissverletzungen beibringen können, wie auch Katzen, bleiben diese Tiere eine Gefahr für Menschen. Man sollte dann die Gefahr an der Wurzel beseitigen und nicht nur oberflächlich durch übertretbare gesetzliche Regelungen. Diese und andere gefährlichen Tiere sollten aus der menschlichen Gesellschaft verbannt werden. Oder man lege sich einen Deutschen Schäferhund zu. Und sonst dann fallen die Schuldigen weg und die Menschen können sich nur noch selbst beißen – oder erschlagen, erschießen, vergiften oder überfahren…


Der Hund selbst muss unfruchtbar gemacht werden, weil auch die Zucht von und der Handel mit solchen Tieren unterbunden werden soll.
Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden.
Wir müssen an dieser Stelle lieber zu viel als zu wenig tun, um Kinder und Erwachsene vor Angriffen von Hunden zu schützen.

Anmerkung:
Einen besonderen Bedarf an gefährlichen Hunden gibt es nicht. Es stehen heute genügend andere Mittel zu Verteidigung oder zum Angriff zur Verfügung wie Messer, Schusswaffen, Elektroschocker, usw.
Ja, und man muss auch mehr tun, um Kinder vor Erwachsenen zu schützen, lieber zu viel als zu wenig, und nicht nur vor Hunden. Auch dort könnte die Unfruchtbarmachung eine probate Vorsorgemaßnahme sein.


Staffordshire Bullterrier wie dieser rangieren in der Thüringer Beiß-Statistik mit 11 Angriffen und vier Verletzten auf dem 7. Rang. Angeführt wird sie freilich von den Schäferhunden mit 121 Angriffen und 66 Verletzten.
Endlich eine Liste mit gefährlichen Hunden fordert, für die besondere Regeln gelten.
Wie so häufig treffe die Empörung auch nun nicht den Schuldigen, sondern den Hund, der nicht Ursache, sondern die Folge des Übels ist.
Im Freistaat muss ein Hund erst gebissen haben, bevor er als gefährlich eingestuft werden kann.

Anmerkung:
Wie im richtigen Leben, es sind nicht alle gleich…Ein „Deutscher“ Schäferhund war schon immer etwas Besseres als andere minderwertigen Rassen. Und die Gesetze machen ja auch die Menschen und nicht die Hunde. Und für Menschen gilt aber noch, dass sie erst „gebissen“ haben müssen, bevor ihnen eine Schuld zugewiesen wird. Doch das kann man ja auch ändern und nimmt alle mit Gefährdungspotenzial in vorgreifende strenge Kontrolle. Die Technik ist nicht unbekannt.
Na ja, wieder mal ein Anlass, die Welt in der wir leben zu überdenken.



Aus der Presse - wie im Märchen...

Es ist schon einige Jahre her, dass das Thema Kampfhunde für öffentliche Erregung und für gesetzgeberisches Handeln sorgte: Hunderassen, von denen bis dahin meist kaum jemand wusste, dass es sie überhaupt gab, fielen auf Spielplätzen und in Parks Kinder und Mütter an, Senior(inn)en wurde von aggressiven Hunden schwer verletzt, Kleinkinder sogar totgebissen.


Grundsätzlich




Schleswig-Holstein schafft Rasselisten ab

In den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP zur 17. Wahlperiode (die konstituierende Sitzung des Landtages findet am 27.10.2009 statt) wurden folgende Regelungen zum Thema Tierschutz im Koalitionsvertrag vereinbart:

"CDU und FDP sehen sich dem Tierschutz besonders verpflichtet. Zur Verbesserung des Tierschutzes werden die bestehenden Rechtsgrundlagen evaluiert und ggf. angepasst. CDU und FDP wollen die Bürgerinnen und Bürger vor verantwortungslosen Hundehaltern schützen. Die Rasseliste hat sich dafür als nicht geeignet erwiesen und wird daher im Gefahrhundegesetz abgeschafft. CDU und FDP setzen sich dafür ein, dass die Zahl der Tierversuche das notwendige Maß nicht überschreitet. Wir werden uns für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben einsetzen."


Menschenrechte - Tierrechte

Wer zu den Menschen gehört und wer ein Tier ist, ist wohl, von begrifflichen Umdeutungen abgesehen, eindeutig. Was die Rechte anbelangt ist das sicher differenzierter und ein Recht zu haben, es in Anspruch nehmen oder durchsetzen zu können, berührt die Rechtsauffassungen und Rechtsnormen, ihre Deutung und Empfindung häufig sehr unterschiedlich und nicht immer übereinstimmend.

Im Übrigen, der, der die Rechte prägt, gestaltet sie nach seinem eigenen Rechtsverständnis. Und er wendet sie dann gemäß seiner Interessenlage an. Dass damit dann auch Rechte eingeschränkt werden, entspricht der Gegebenheit und hat auch Auswirkung auf die Rechtsfindung.
Die Auseinandersetzung über das was als Recht angesehen wird [11 KB] , ist damit nicht auszuschließen.

Wenn schon die Menschenrechte nicht immer die Beachtung finden, die wünschenswert ist, was kann man dann von der Beachtung der Tierrechte erwarten, wenn die Betroffenen ihre Rechte nicht selbst gestalten oder einfordern können. Sie brauchen immer einen wohlwollenden menschlichen Rechtsbeistand. Und der steht zur Zeit noch auf schwachen Füssen.
Alle sprechen immer von Gerechtigkeit und einem friedlichen Miteinander. Dennoch ist das, was als Gerechtigkeit gesehen wird, vielfach höchst umstritten.
Und die Friedlichkeit...Kriege werden mit zum Töten und zum Verletzen ausgebildeten Menschen weiterhin geführt, sei es als Verteidigungs- als auch als Angriffskrieg - nach ihrer jeweiligen Rechtsauffassung. Der Gegner ist immer der Schurke.

So wird der vielleicht ursprünglich friedliche Mensch als Soldat eingebunden in eine Befehlshirarchie zum Killer oder wie ein ursprünglich friedlicher Hund in unverantwortlicher Hand zum Kampfhund. Manche werden auch einfach nur dazu erklärt, um Ängste zu schüren. In beiden Fällen, weil der Führer das so will - ein Mensch. Das ist schon ein Dilemma. Soll man aber das als unabänderlich gegeben hinnehmen?

Immer wenn es dann zum "Kampf" kommt oder kam oder dieser auch nur befürchtet wird, ist die Auseinandersetzung über Recht und Unrecht, über Rechthaben und Unrechthaben stets mit politischer Raffinesse durchwirkt und weiter von lautem Kampfgeschrei begleitet. Man kann schon über menschliche Qualitäten ins Philosophieren kommen. Ein Bericht über die sogenannte Kampfhündin Sugar [434 KB] von Hartmut Deckert ist dazu recht anregend. Aber auch der im WOCHENSPIEGEL, Wittenberg-Jessen-Gräfenhainichen, erschienene Leitartikel von Wolfgang Marchewka, Das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung [83 KB] - Oder: Die Kampfhundlüge in Politik & Presse, läd zum Nachdenken über dieses Thema ein. Oder eine Beurteilung aus der Praxis: Das ist nicht hilfreich... [62 KB] Man bilde sich sein Urteil. In diesem Zusammenhang ist auch ein Buch von Christiane Rohn sehr empfehlenswert, um eine Mensch-Tier-Beziehung [104 KB] zu verstehen.

Für das Tier ist ein Wesenstest nachrangig, für den Halter hat ein Wesenstest Priorität! Aber für diesen gilt die Unschuldsvermutung, nicht aber für das Tier. Das ist menschlich...


Der Pitbull ist genauso bissig wie der Labrador




 

Ein Interviev aus dem Weserkurier vom 5.8.2008 von Maike Albrecht mit Hansjoachim Hackbarth, dem Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover:

Der Tiermediziner Hansjoachim Hackbarth zu jüngsten Attacken auf Kinder: Ein Hund ist von sich aus nicht aggressiv.

Vor rund einer Woche hat ein Staffordshire-Terrier einem Dreijährigen auf einem Spielplatz in Celle ins Gesicht gebissen. Das war der vierte schwere Biss eines Hundes in Niedersachsen, der in den vergangenen sechs Wochen bekannt geworden ist.

Wieso kommt es immer wieder zu solchen Unfällen – insbesondere mit Kindern?
Das liegt daran, dass Kinder Hunde überhaupt nicht einschätzen können und Verhaltensweisen zeigen, die den Hunden äußerst fremd sind. Das sind Fehlkommunikationen, so tragisch das ist. Aber Unfälle mit Hunden sind nicht häufiger oder weniger häufig, sie sind nur die Spitze des Eisberges. 90 Prozent aller Bissverletzungen kommen ja gar nicht zur Anzeige, weil die innerhalb der Familie stattfinden. Und die Presse filtert Unfälle mit Kindern raus und Zwischenfälle, bei denen bestimmte Rassen auftreten. Der Biss vom Schäferhund wird ja gar nicht registriert.

Bei den bekannt gewordenen Attacken soll es vorher keine Anzeichen von Aggressivität gegeben haben. Wieso geht ein Hund plötzlich los?
Der geht nicht ohne Warnung los. Hunde zeigen das vorher ganz klar, doch keiner kann es lesen – und das ist das Schlimme. Selbst die Besitzer kriegen es ja nicht mit, in welcher Erregungslage sich ihr Hund befindet oder sie interpretieren ihn falsch.

Woran liegt das?

Wir kommunizieren im zwischenmenschlichen Bereich ganz anders als zwischen Hund und Mensch. Menschen fehlt der Sachverstand, Hunde zu lesen. Man muss dem Hund ansehen können, was er gerade fühlt. Und dann weiß man vorher ganz genau, den packst du jetzt besser nicht an.

Machen denn Hundehalter etwas falsch, wenn ihre Tiere aggressiv werden?
Der Hund wird nicht ohne Grund aggressiv. Entweder er wird auf Kommando aggressiv, weil er so erzogen wurde, oder er fühlt sich bedroht. Aber ein Hund von sich aus ist nicht aggressiv.

Kampfhunde gelten ja verglichen mit anderen Rassen als aggressiver.
Das ist Unsinn. Wir haben ja in Niedersachsen früher das Kampfhundegesetz gehabt, da mussten alle Hunde dieser Rassen zum Wesenstest. Wir haben hier an der Hochschule über 1000 Hunde getestet und haben dann diese Ergebnisse verglichen mit Ergebnissen von Golden Retrievern. Die sind gleichmässig bissig. Da ist kein Unterschied. Das ist auch der Grund, warum es in Niedersachsen keine Rasseliste gibt. Der Pitbull ist genauso gefährlich wie der Labrador, der Golden Retriever oder der Berner Sennenhund.

In Niedersachsen kann jeder Hund als „gefährlich“ eingestuft werden, wenn er auffällig wird oder sich jemand bedroht fühlt. Dann müssen die Halter gewisse Auflagen erfüllen. Reicht das Gesetz aus?
Es ist vollkommen ausreichend. Das, was man zusätzlich einführen könnte, nicht nur für Hunde sondern grundsätzlich, dass man bei der Haltung eines Tieres sachkundig sein sollte. Viele reden dann immer von Hundeführerschein, aber das klingt mir zu regulierend.

Wie könnte der Nachweis aussehen?
Ich sehe das relativ simpel. Man geht zum Tierarzt und lässt sich dort beraten. Außerdem ist es sinnvoll, das im Vorfeld einer Anschaffung zu machen, dann würden viele Tiere gar nicht gekauft werden.

Wenn ich das theoretische Wissen habe, heißt das ja nicht automatisch, dass ich auch mit einem Hund umgehen kann.
Nein, aber das ist der erste Schritt. Viele Leute haben ja noch nicht einmal theoretisches Wissen. Die kaufen sich einen Hund, weil er so nett ausgesehen hat.

Zurück zur aktuellen Praxis: Zu welchen Verhaltensregeln würden Sie gerade Eltern mit Kindern raten, um Unfälle mit Hunden, beispielsweise auf einem Spielplatz, zu vermeiden?
In der Nähe eines Spielplatzes hat ein Hund nichts zu suchen. Besitzer, die in der Nähe eines Spielplatzes ihren Hund frei laufen lassen, sind unverantwortlich. Man sollte in einem Umkreis von 500 Metern um einen Spielplatz Leinenzwang machen. Grundsätzlich.

Aber wenn dort Hunde sind – angeleint , wie es in Celle der Fall gewesen sein soll?
Kinder haben zu lernen: Ein Hund ist grundsätzlich nicht anzufassen! Aber wir Menschen sind ja so, wir fassen ja immer alles gleich an. Gehen Sie mal mit einem Kinderwagen durch die Stadt. Jeder grapscht da hinein: Ach, ist der niedlich. Das ist eine typische menschliche Unart. Aber wenn man einem Hund begegnet, und das Kind sagt: „Ach, ist der niedlich“, macht man das nur in Begleitung des Besitzers, den man vorher fragt. Der Besitzer uss den Hund erst ansprechen, dann wird es auch zu einer freundlochen Begegnung kommen.

Sie sagten, die bekannt gewordenen Unfälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Wo sind Kinder sonst in Gefahr?
Eine typische Situation: Junges Pärchen frisch verlobt, fühlt sich einsam und kauft einen Hund. Dann nach ein, zwei Jahren wird ein Kind geboren. Da passiert es dann auch. Das sind Unfälle, die nicht zur Anzeige kommen, die finden Sie nur im Kinderkrankenhaus. Solange das Kind rumkrabbelt, passiert gar nichts. Aber in dem Augenblick, in dem sich das Kind das erste Mal am Sofa hochzieht, und das Sofa war neben Herrchen der Platz des Hundes – da verteidigt der Hund sein Revier und beißt dem Kind ins Gesicht. Das ist eine ganz normale Rangordnung.

Was kann man dagegen tun?
Sie müssen den Hund richtig erziehen. Sie müssen wissen, wie man einen Hund im Rang erniedrigt. Das tun die meisten Menschen aber nicht, weil das doch so ein lieber Hund ist.

Also ist jeder Hund potenziell gefährlich?
Natürlich. Der hat Zähne, der kann beißen. Und das ist seine einzige Möglichkeit, sich zu wehren. Das wird jeder Hund machen. Der eine eher, der andere später.