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ILLEGALER TIERHANDEL

Illegaler Handel mit Tieren nimmt zu

Düsseldorf, 22.08.05

Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg: Illegaler Handel mit Tieren nimmt zu – seit Januar 29 Hunde und 30 Katzen am Düsseldorfer Flughafen sichergestellt


Mit regelmäßigen Schwerpunktaktionen am Düsseldorfer Flughafen konnten die Veterinärbehörden in diesem Jahr bereits 29 Hunde und 30 Katzen ohne gültige Einfuhrpapiere beschlagnahmen. Sichergestellt wurden zudem ein Papagei und 18 Tauben.
Dabei geht es nicht um einzelne Tiere, die von Privatpersonen zumeist aus dem Urlaub mitgebracht werden, sondern um den organisierten Tierhandel in großem Stil. Bereits seit Monaten decken die Veterinärbehörden landesweit vermehrt Fälle insbesondere von illegalem Hundehandel auf. Dabei geben verschiedene Organisationen Hunde gegen eine Gebühr von bis zu 300 Euro an Tierfreunde in Deutschland ab.
Diese Tiere stammen jedoch nicht wie behauptet immer aus Tierheimen im Ausland, sondern werden zum Teil extra für den Handel gezüchtet. Für die Käufer in Deutschland können diese Tiere erhebliche Probleme bedeuten, und sogar die Gesundheit gefährden. Denn die Händler sparen nicht nur an Impfung und Entwurmung, die Hunde sind zudem oftmals nicht sozialisiert und daher nur schwer zu halten und zu kontrollieren.

Unsere Sicht
Es kommt auf den Einzelfall an und eine Verallgemeinerung, vielleicht mit dem Hintergrund einer tendenziellen Sicht, dient jedenfalls nicht dem Tierschutz in der EU, der nicht an den nationalen Grenzen aufhören kann. Schwarze Schafe kann niemand ausschließen, leider gibt es die auch und die schaden dem seriösen Tierschutz.
Für Tiere, die für den Handel gezüchtet werden, gelten die Vorschriften für das gewerbliche Verbringen. Und zu viele dieser bedauernswerten Geschöpfe werden
legal unter diesen Bedingungen [5 KB] zum Verkauf eingeführt. Auch nationale Züchter tragen zur Vermehrung aus Geschäftsinteressen bei und erhöhen unnötig Bestände zu Lasten derer, die Hilfe brauchen. Und es gibt leider auch Gewerbegenehmigungen für Händler, die Würfe aufkaufen, von wo auch immer und dann die Welpen mit Gewinn verhökern. Sicherlich ist dies als organisierter Tierhandel im großen Stil zu bezeichnen. Und bei denen fragt wohl kaum einer, im Gegensatz zu den Tierschutzvereinen, danach ob der zukünftige Halter geeignet ist, bevor ein Tier übergeben wird.
Ein Tierschutzverein wird darauf achten, dass ein Tier mit gültigen Einfuhrpapieren und den Gesundheitserfordernissen reist, sonst verliert er sein Ansehen und seine Unterstützung auf die er angewiesen ist. Außerdem – Tierschutzvereine müssen ihre Tiere über eine Schutzgebühr abgeben, die dazu beiträgt, die vorher geleisteten Kosten zu kompensieren und einen unerwünschten Handel, auch in Labore, zu verhindern.


Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg: "Ein ungeimpfter Hund kann Krankheiten bis hin zur Tollwut übertragen, die für den Menschen im schlimmsten Falle tödlich enden kann. Gerade für Familien können solche Hunde zudem zum Problem werden, wenn das Tier sich mangels Erfahrung im Haushalt nicht einordnen kann."

Unsere Sicht
Natürlich kann ein ungeimpftes oder krankes Tier auch Krankheiten übertragen und das ist wesentlich auch zu seinem eigenen Schaden. Die gültige Tollwutimpfung ist ja ohnehin Bestandteil der EU-Verbringungsbestimmungen und kontrollierbar. Wenn wir ein Tier in eine neue Familie abgeben, hat der zukünftige Besitzer im Kontakt zu uns immer die Möglichkeit, sich über alle Bedingungen des Tieres vorher zu informieren und wir sind auch danach jederzeit ansprechbar und erreichbar.



Mit der Einfuhr der Hunde einher geht der Missbrauch mit dem EU-weit einheitlichen Heimtierausweis. Dabei sind Fälle bekannt geworden, in denen Blanko-Ausweise ins Ausland gebracht und dort so ausgefüllt wurden, dass der Eindruck entsteht, der Hund stamme aus Deutschland und sei nun auf der Rückreise. Auch sind die im Pass angegebenen Impfungen nicht immer erfolgt.

Unsere Sicht
Der EU-Ausweis ist einheitlich und mehrsprachig. Der Ursprung des Druckes spielt eine untergeordnete Rolle denn für eine grenzüberschreitende Reise ist er ein Ausweisdokument welches das Tier und den Besitzer durch die Eintragungen ausweist. Ein deutscher oder EU-ausländischer Reisender kann genau so gut das Tier im EU-Ausland erwerben und mit dem dortigen EU-Heimtier-Ausweis nach Deutschland einführen. Ausschlaggebend ist einzig der korrekte Inhalt.



Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg: "Wir haben als Reaktion auf diese Praxis die Druckereien nun angewiesen, Blanko-Heimtierausweise nur an Tierarztpraxen auszuliefern. Jede Abgabe an Dritte ist damit verboten. Außerdem ist bei der Auslieferung der Pässe festzuhalten, an welche Adresse sie geschickt werden. Anhand der fortlaufenden Nummer, die jeder Pass hat, können wir ihn so direkt dem Empfänger zuordnen."

Unsere Sicht
Jedenfalls ändert das nichts daran, dass ein Tier mit gültigem EU-Heimtierpass, egal in welchem europäischen Land er ausgestellt wurde, im Rahmen der bestehenden EU-Richtlinien nach Deutschland einreisen und dort verbleiben darf – mit EU-Staatsangehörigkeit.



Wer einen nicht ordnungsgemäß geimpften Hund aus dem Ausland bei sich aufnimmt, muss nicht nur mit persönlichen Gesundheitsrisiken rechnen, sondern auch mit finanziellen Folgen. Diese Tiere werden auf Kosten des neuen Besitzers in Quarantänestationen untergebracht, bis sichergestellt ist, dass keine gesundheitliche Gefährdung von ihnen ausgeht. Das ist nicht nur teuer, sondern sollte auch dem Tier erspart werden – wie auch die Reise nach Deutschland selbst.

Unsere Sicht
Ja, das ist auch unsere Meinung, um das Tier und sich selbst vor Unannehmlichkeiten und Schaden zu bewahren.



Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg: "Wer ein Tier bei sich aufnehmen will, sollte sich lieber an das Tierheim vor Ort wenden. Hier warten genug Hunde und Katzen auf ein neues Zuhause. Diese Vierbeiner sind nicht nur ordnungsgemäß geimpft und entwurmt, sondern oft auch schon kastriert. Für die frischgebackenen Hundebesitzer gibt es zudem Hilfe bei der Hundeerziehung."

Unsere Sicht
Na ja, das kann man nachvollziehen, wenn man die heimischen „Betriebe“ vor der ausländischen Konkurrenz schützen möchte. Aber wir selbst haben auch als ausländischer Tierschutzverein vertrauensvolle Kontakte zu deutschen Tierheimen ohne, dass wir uns wechselseitig beargwöhnen. Eine ordnungsgemäße tierärztliche Handhabung ist uns ohnehin Voraussetzung. Und wir sehen uns der Tierhilfe verpflichtet, wo wir der Notwendigkeit direkt gegenüberstehen und können dann unter diesem Eindruck einer Düsseldorfer Sicht weniger den Vorrang geben.



Wer sich dennoch im Einzelfall einen Hund aus dem Urlaub mitbringen will, sollte sich vorher genau über die Einfuhrmodalitäten informieren. Für Tiere aus der Türkei und einigen anderen beliebten Urlaubsländern gilt etwa, dass sie erst drei Monate nach einer Tollwutimpfung sowie einem Bluttest durch ein Labor mit EU-Zulassung nach Deutschland gebracht werden dürfen. Ausführliche Informationen hat das Bundesverbraucherschutzministerium auf seiner Internetseite unter www.verbraucherministerium.de zusammengestellt.


Erst nach dem Kauf genau hingeschaut

Zeugen zeigen sich von der Sauberkeit auf dem Hof des Hundehändlers beeindruckt
Dorsten.
"Die Anlage des Hundeverkäufers in Altendorf-Ulfkotte wirkte sauber und gepflegt. Es waren überraschend viele kleine Hunde dort, die überwiegend in Boxen gehalten wurden. Und erstaunlich war, dass keine Elterntiere zu sehen waren. Aber dazu wurde erklärt, die Hunde stammten alle aus der Umgebung, seien nur kurze Zeit in der Welpenstube. Und dass hin und wieder mal der Popo verdreckt sei, wäre völlig normal." - Die Schilderung dieses Zeugen steht stellvertretend für fünf weitere, die die Vorsitzende Richterin des Amtsgerichts, Regine Heinz, gestern beim zweiten Prozeßtag gegen den Hundehändler Hubert W. und seine mit angeklagte Lebensgefährtin verlas. Fast deckungsgleich war auch, dass die Tiere wenige Stunden oder Tage nach dem Kauf plötzlich unter Durchfall und Erbrechen litten.

Stets fuhren die neuen Besitzer mit den Welpen zum Tierarzt, einige nahmen zuvor Rücksprache mit Verkäufer W. oder seiner Lebensgefährtin. Einige wurden aufgefordert, die Tiere bei WŽs Tierarzt behandeln zu lassen, die meisten wählten jedoch aufgrund großer Entfernung des eigenen Wohnorts einen Veterinär vor Ort.

Katzenseuche (Pavovirose), eine schwere Hüfterkrankung, Flohbefall, mangelhafte Ernährung, Verhaltensstörungen lauteten die Diagnosen der verschiedenen Ärzte. In einigen Fällen reklamierten die Hundebesitzer den Kauf bei Händler W. und bekamen ihr Geld zurück - beziehungsweise einen Ersatzhund angeboten. Andere versuchten, ihr Recht auf zivilrechtlichem Wege einzuklagen.

Bei fast allen der sechs gestern vorgelesenen Zeugenaussagen aber wurde deutlich: Man hatte WŽs Versicherungen geglaubt, die Tiere seien geimpft, stammten aus der Umgebung und seien gesund. Das Vertrauen, das W. in zahlreichen Inseraten in verschiedenen Medien eingefordert hatte, brachten ihm die Käufer auch entgegen. Und schauten - so wurde gestern klar - oftmals gar nicht genau in den Impfpass oder die Abstammungspapiere. Erst nach Erkrankung der Tiere stellten die neuen Besitzer fest, dass der Welpe nicht aus der näheren Umgebung, sondern aus Holland oder Ungarn stammten.

Die Verhandlung mit ersten Zeugenvernehmungen wird fortgesetzt am kommenden Donnerstag, 22. Februar, 9 Uhr.

15.02.2007 Von Susanne Menzel
Quelle: WAZ
http://www.waz.de/waz/waz.onlinesuche.ergebnis.volltext.php?auftritt
=WAZ&zulieferer=waz&kennung=on6wazLOKStaDorsten39126&redaktion
=&dateiname=&auftritt=waz&other=&kategorie=&catchline=&dbserver
=cweb40d.cityweb.de&searchstring=Hunde


TASSO warnt: Vorsicht vor illegalem Welpenhandel

TASSO-Newsletter

In Butzbach und der Umgebung des Wetteraukreises beobachtet der dort ansässige Tierschutzverein im Augenblick vermehrt Vorkommnisse des illegalen Handels mit Welpen aus Mittel- und Osteuropa [17 KB] . Vor einer Fastfood-Filiale seien z. B. Chihuahua-Welpen aus Polen angeboten worden. Die Tiere werden unter widrigsten Umständen mit falschen Papieren nach Deutschland befördert, haben weder Impfung noch Ausweis und seien in aller Regel viel zu früh von der Mutter getrennt worden. Dadurch haben sie kaum die Chance, sich zu sozialen Familienhunden zu entwickeln. Die Folge: Viele dieser Hunde landen später im Tierheim. “Wer beabsichtigt einen Hund aus dem Internet oder von der Strasse zu kaufen, sollte doppelt vorsichtig sein und genau recherchieren, wo das Tier herkommt.”, warnt Andrea Thümmel, Sprecherin der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Den illegalen Handel kann man aber nur dauerhaft unterbinden, wenn die Nachfrage sinkt.“

TASSO e.V.
Frankfurter Str. 20, 65795 Hattersheim, Germany
Telefon: +49 (0) 6190.937300, Telefax: +49 (0) 6190.937400
eMail: newsletter@tasso.net, HomePage: www.tasso.net


Was seriöse Tierschutzvereine auf die Palme bringt

Medieninformation
Much bei Bonn, den 5. Dezember 2007

ETN deckt skrupellosen Welpenhandel auf
Filmaufnahmen mit verdeckter Kamera / Unseriöser Handel boomt vor Weihnachten / Keine Hunde von dubiosen Billiganbietern kaufen

Der Handel mit Hundewelpen boomt. Darunter auch eine steigende Zahl von skrupellosen Hundevermehrern und Händlern, die mit unseriösen Billigangeboten in Zeitungen oder im Internet locken. In der Vorweihnachtszeit wird sich die Lage in Deutschland, dem größten Markt für Anbieter in Europa, noch einmal verschärfen. Von den ca. fünf Millionen Hunden in Deutschland wurden viele in einer lebensunwürdigen Massenhaltung für den Welpenmarkt produziert und über dubiose Kanäle an ihre Besitzer geschleust.
 
Jetzt hat der Europäische Tier- und Naturschutz (ETN) die skandalösen Praktiken des Welpenhandels in einer umfangreichen und detaillierten Dokumentation aufgedeckt. Die Filmaufnahmen beweisen, dass es sich um Strukturen und Täter handelt, die von mangelnder Aufklärung der Verbraucher profitieren und für schlimmes Tierleid verantwortlich sind. Bei den Recherchen begleitete der ETN als Testkäufer getarnte Tierschützer mit verdeckter Kamera bei Hundevermehrern in Belgien und Deutschland und verfolgte auch die Wege der Tiere über die Händler. So werden z. B. auf dem Lütticher Wochenmarkt, 60 Kilometer hinter der deutschen Grenze, regelmäßig Welpen angeboten. Die Haltungsbedingungen auf dem Markt sind katastrophal. Deutsche Käufer zählen hier zu den Stammkunden. Auf einem Aldi-Parkplatz in Velbert konnten die Undercover-Tierschützer von einem polnischen Händler Retriever-Welpen kaufen, deren EU-Impfpass manipuliert wurde und die in einem schlimmen Zustand waren. Angeboten wurden die Tiere im grenzenlosen Internet.

Die unseriös gehandelten Hundewelpen werden meistens viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt. Sie sind von Krankheiten gezeichnet, weil die notwendigen Impfungen fehlen. Die vorgeschriebenen Begleitpapiere fehlen. Um den tierquälerischen Handel mit Hundewelpen zu bekämpfen, fordert der ETN deshalb strengere Grenzkontrollen und härtere Strafen. Die entscheidende Bedeutung haben aber die Verbraucher, die den Hundehandel dadurch beenden können, indem Sie keine Hunde mehr kaufen. Solange die Tierheime mit Hunden überfüllt sind, die auf ein schönes Zuhause warten, produziert Zucht, Handel und Kauf von Hunden nur weiter tausendfaches Tierleid.

Über das schmutzige Geschäft mit Hundewelpen und die Recherchen des
ETN berichtet heute um 17.15 Uhr auch das ARD-Magazin „brisant“.

Die Filmdokumentation des ETN steht heute ab 17.30 Uhr zum download unter www.etn-ev.de zur Verfügung. Für den Film konnte der ETN prominente Unterstützer gewinnen. Sprecher ist Jürgen Hentsch, ausgezeichnet mit dem Bayerischen Fernsehpreises und dem Adolf-Grimme-Preis. Ebenso vertreten ist die bekannte Tierschützerin Barbara Rütting, die sich mit dem ETN für den Kampf gegen den illegalen Hundehandel einsetzt.

Der ETN ist eine der größten gemeinnützigen Tier- und Naturschutzorganisationen in Europa und wird europaweit von über 100.000 Menschen unterstützt. Der ETN arbeitet mit mehr als 90 nationalen und internationalen Partnerorganisationen in Einzelprojekten vor Ort zusammen. Regionale Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind Süd- und Osteuropa. In Deutschland realisiert der ETN bedeutende Großprojekte wie z. B. Tier- und Naturschutzhöfe.

Weitere Informationen:
Marion Steinel, Justiziarin und Sprecherin
Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. ETN
Hof Huppenhardt, 53804 Much
Tel.: 0049 02245 / 61 900
Fax: 0049 02245 / 61 9011
E-Mail: info@etn-ev.de
Web: www.etn-ev.de