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Unwissenheit oder Interessenskonflikt

Manchmal wird man mit Meinungsäußerungen konfrontiert, aus denen man entnehmen kann, dass entweder Unwissenheit vorliegt oder schlichtweg ein Interessenskonflikt und man fragt sich, ob man das kommentieren oder ignorieren sollte. Aber es bietet doch dennoch die Möglichkeit anderen Lesern eine umfassendere Beurteilung zu ermöglichen, um ihr eigenes Bild zu festigen.


Nur für Deutsche

Von : Ernst Hoff <ernst@therapie-for-dogs.de>
Datum : Dienstag, 23. Januar 2007, 09:29
Betreff: Einfuhr von Hunden aus dem Ausland !!!


Guten Tag liebe sog. Tierschützer,
Sorry, ich weiß dass ich mit meiner Einstellung viele von Euch verärgere, jedoch bin ich der Meinung, dass einige von Euch (nicht Alle) dieser Hilfsmaßnahmen völlig neben der "sinnvollen Sache" Tieren, besonders Hunden mit Verstand zu retten liegen.

Unsere Meinung:
Nun ja, immerhin darf unterstellt werden, dass nicht alle Tierschützer gemeint sind, die sich - aus deutscher Sicht - mit Auslandstierschutz befassen.


Wir von Therapie for Dogs e.V., besonders Nathali und ich betreiben hier in Schleswig-Holstein und auch bundesweit Tierschutzarbeit.
Wir haben soviel Elend hier im eigenen Land, die Tierheime und Tierschutzorganisationen haben Pflegestellen und laufen teilweise über mit Nothunden. Warum ??? Weil die "Billigware", das ist nun mal die blanke Wahrheit, für den Ersterwerber günstiger erscheint aber das ist in sehr vielen Fällen völlig falsch und ein großer Fehler!!!

Unsere Meinung:
Diese Meinung ist nun bekannter Weise immer die Hauptmotivation, wenn man befürchtet, dass das eigene Wohlergehen beeinträchtigt sein könnte. Da hat der Tierschutzgedanke dann nur zweitrangige Bedeutung und es geht nur noch um die Absicherung der eigenen Interessen. Das bedeutet, dass man sich erst dann fremden Elends zuwendet, wenn kein eigenes mehr gegeben ist – also nie. Auch der Begriff „Billigware“, dient in diesem Zusammenhang nur der Abwertung. Tierschützer betreiben nämlich mit den Tieren keinen Handel sondern sie müssen sich sehr darum bemühen, die anfallenden Kosten überhaupt decken zu können. Und eine Schutzgebühr muss auch so bemessen sein, dass ein weiterer Handel mit einen Tierschutz-Tier nicht ermöglicht wird. Anders ist das aber im Tierhandel, der von Züchtern aus Billiglohnländern legal Tiere einführt, um diese dann mit Gewinn zu vermarkten. Das ist leider Fakt.
Im Übrigen, es ist dann wohl auch zu hoffen, dass die Kritker selbst sonst auch nur in Deutschland hergestellte Waren kaufen und keine ausländischen. Oder stört das dann nicht?


Fakten die meines Erachtens nichts mit Tierschutz zu tun haben:

1. Hunde werden aus sog. "Tötungsstationen" aus dem Ausland befreit

Unsere Meinung:
Ja, natürlich. Und das ist die einzige Möglichkeit diese Tiere vor der Tötung zu bewahren, die ihnen droht nur weil sie vorher verantwortungslos von ihren Besitzern ausgesetzt wurden oder selbst dort abgegeben wurden. Ist das etwa moralisch akzeptabel? Diese „Tötungsstationen“ sind Privatunternehmen, die profitorientiert tätig sind und deshalb die kurzen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen ausnutzen.


2. Diese Hunde werden nachweislich nicht ordentlich und medizinisch voruntersucht und kommen zum großen Teil mit versteckten Krankheiten hier nach Deutschland und richten dadurch zum Teil erheblichen Schaden durch "Seuchenverschleppung" an.

Unsere Meinung:
Eine ordentliche Voruntersuchung sehen wir auch als notwendig an, um unsere Adoptanten zu schützen und sicher zu sein, dass unser Vertrauensverhältnis keinen Schaden nimmt auf welches wir für eine erfolgreiche Arbeit angewiesen sind. Der, wie anzunehmen ist, eingetretene erhebliche Schaden durch Seuchenverschleppung, dient wohl mehr der drastischen Argumentation als der Realität. Übrigens, mir sind mehrfache Fälle von im Handel gekauften kranken Tieren bekannt.


3. Dann sind die sog. Rettungstransporte sehr oft mangelhaft vorbereitet, ja sogar tierschutzwidrig durchgeführt worden. Mir sind inzwischen (seit den letzten 3 Jahren) alleine 4 Fälle bekannt gemacht worden bei dem in Transportbussen mehr als 30 Hunde in Flugboxen (sogar mehrere Welpen ohne Muttertier in einer Box) eingepfercht werden.

Unsere Meinung:
Jede durchzuführende Maßnahme erfordert eine gute Organisation. Ein Herz für Tiere allein genügt dazu nicht. Die handelsüblichen Transportboxen sind die anerkannten Transportmittel, sowohl für Flüge über lange Strecken als auch für den Autotransport. Die Anzahl der möglichen Tiere richtet sich, bezogen auf die Erträglichkeit, nach der Größe des Transportfahrzeuges und der Tiergrößen in Verbindung mit der jeweils erforderlichen Boxengröße. Ein Einpferchen wie bei Schlachttiertransporten ist hier genau so wenig gut zu heißen.


4. Dann werden diese armen Hunde während mehrerer Transportstunden ohne Wasserversorgung (ähnlich wie beim Viehtransport) hier in Deutschland zu sog. Verteilerstellen gebracht.

Unsere Meinung:
In der Regel erfolgen Transportfahrten nachts, nachdem die Tiere vorher Auslauf hatten sich entleeren konnten und auch getränkt wurden. Und so beginnen auch Übergaben bereits morgens an der gesamten Fahrstrecke und natürlich an vorher vereinbarten Übergabestellen. Und da können auch Tiere bewegt und getränkt werden.


5. Einige dieser Hunde kommen dadurch nicht einmal mehr lebend an, oder laufen unterwegs über die Autobahn fluchtartig davon, wenn dann doch unterwegs der Versuch des Tränkens durchgeführt wird.

Unsere Meinung:
Hier wird so getan, als ob bei Transportfahrten immer mit Todesausfällen zu rechnen sei. Das wäre geradezu fatal, wenn dann ein Adoptant sein angekündigtes Tier, auf welches er wartet, nicht erhält. Man wird nicht die vorangegangene Tierschutzarbeit aufs Spiel setzen. Ja, bei Schlachttiertransporten ist das häufig der Fall, das ist ja auch bekannt.
Einem behördlich anerkannten Sachverständigen, ist bekannt, dass ein Tier, welches aus seiner gewohnten Umgebung verbracht wird, entweder ängstlich in seiner Transportbox verweilen oder auch eine Fluchtmöglichkeit suchen kann. Das muss man immer beachten, wenn man eine Box öffnet.
Aber man brauchte natürlich keine Transporte machen, wenn alle Hunde auf dem Transport sterben oder davon laufen.


6. Dann liebe Tierfreunde werden diese Hunde nicht ordnungsgemäß veterinärisch untersucht und auch nicht geimpft.

Unsere Meinung:
Das braucht nicht kommentiert zu werden, die gesetzlichen Vorschriften für den grenzüberschreitenden Verkehr sind eindeutig.


7. Kranke, verletzte und schwer behinderte Hunde werden sogar eingeführt, das erweckt ja schließlich Barmherzigkeit und großes Mitleid und Mitgefühl.

Unsere Meinung:
Wer einen kranken, verletzten und schwer behinderten Hund adoptieren möchte, entscheidet das selbst und verdient nicht kritisiert zu werden sondern Anerkennung. Zum Glück gibt es auch solche Mitmenschen.


8. Dann noch die zum großen Teil schlechte und unkompetente Auswahl der sog. "Pflegestellen" die zum Teil selbst völlig überfordert sind und gar keine Fachkenntnisse haben, wie man mit solchen Tieren umzugehen hat. In solchen schweren Fällen werden wir und andere qualifizierte und fachkundige Hundeexperten um dringende Mithilfe gebeten. Wir sind dann auch wenn es dann möglich ist so "blöd" und helfen auch, denn die armen Hunde können ja nichts dafür.

Unsere Meinung:
Für alles was man vernünftig machen will braucht man Kompetenz. Damit ist es wie überall im Leben, mal ist mehr, mal weniger vorhanden. Man sollte als Hundeexperte aber auch etwas toleranter sein, schließlich besteht die Welt nicht nur aus solchen. Und es kann sich ja auch jeder, der rechtsfähig ist, einen Hund anschaffen. Und trotz Hundeführerschein oder Kfz-Führeschein sollte man auch nicht glauben, dass alle zum Führen geeignet sind.


9. Bitte, ich weiß, dass jetzt sehr viele böse Briefe an uns gerichtet werden, aber betreibt doch Tierschutzarbeit mit etwas mehr vernünftig realisierbaren Verstand!!!

10. Und jetzt wirklich ganz mit offenen Augen und auch tierschützend für alle die armen Hundeseelen, die hier im eigenen Land in unseren Hilfseinrichtungen und Tierheimen auch auf Hilfe und ein neues zu Hause warten, wie wollt Ihr denn hier mit gutem Gewissen und reinem Herzen diesen Tieren, ganz besonders Hunden helfen ???

Unsere Meinung:
Wie bei anderen sozial tätigen Organisationen auch, gibt es welche, deren Schwerpunkt die Tätigkeit im nationalen Rahmen ist und andere die ihre Aktivitäten internationaler ausrichten, andere die beides machen. Das könnte man ja dann auch alles verurteilen. Da, wo Hilfe notwendig ist und den Hilfebedürftigen hilft, ist sie gut angebracht. Jeder dort, wo er sich nahe fühlt. Und da hat man dann auch ein gutes Gewissen und reines Herz.


Anmerkungen: Wir kennen das Elend im Ausland , aber wir haben doch die EU; schon mal daran gedacht ??? Wir oder Ihr, die Euch dazu berufen fühlt, betreibt doch diesen Tierschutz dort wo er gebraucht wird und verlagert doch nicht die Probleme nach Deutschland, denn ihr behandelt durch Eure sog. "Hilfsaktionen" unsere eigenen Notfälle nicht mehr tierschützend, wenn diese Einfuhr weiter so übertrieben wird. Unsere Tiere haben hier dadurch sehr viel weniger Vermittlungschancen, dass kann doch nicht richtig sein, oder ????????????????????????????

Unsere Meinung:
Diese Anmerkung lässt leider keine Kompetenz in der Beurteilungs- und Handlungsfähigkeit erkennen und zeigt eine erschreckende Einstellung: „Wir kennen das Elend im Ausland, aber wir haben doch die EU.“ Meine Güte, man kennt die Lage und verweist auf die EU von der man auch weiß wie problematisch die Einigungen sind und engagiert sich nicht mal politisch dort. Das hat mit einem Herz für Tiere aber auch gar nichts zu tun. Das ist kalter Selbstbezug. Natürlich brauchen wir gleiche Bedingungen in allen europäischen Staaten, das geht doch aber nicht von allein, ohne eigene Mitwirkung. Von Deutschland aus und vor Ort.
Wenn der Wind weht, bauen einige Windmühlen und andere Mauern.
Im Übrigen, unsere Tiere sind alle Tiere- dort wo sie hilfebedürftig sind!


Wenn also Tierschutz EU - weit und im anderen Land, dann bitte dort, wo die Hilfe auch benötigt wird. Mit sinnvollen Geld- und Sachspenden (die wir im eigenen Land auch brauchen) könnte man vor Ort sinnvoller und vernünftiger Tierschutz betreiben. Wir haben für Menschen großes Verständnis, die die Einstellung haben im Nachbarland helfen zu müssen, aber bitte, verlagert doch nicht die Probleme, denn dadurch schadet ihr der Sache mehr als sie von Nutzen ist!!!

Unsere Meinung:
Leider kann man mit sinnvollen Geld- und Sachspenden (die man dankbar annimmt) allein, sich nicht freikaufen, um vor Ort sinnvollen und vernünftigen Tierschutz betreiben. Dazu gehört viel mehr! Und man müsste mal selbst vor Ort sein, um den Problemen ins Auge zu schauen. Vielleicht mündet das in mehr Betroffenheit.


Selbst wir von Therapie for Dogs e.V. haben, dass sieht man ja auf unseren Hunde in Not Seiten, solchen Hunden sofort und ohne Zweifel geholfen, aber wir haben dadurch auch erlebt wie unkompetent einige sog. Tierschützer dabei vorgehen und mehr der Rettung schaden als nutzen.

Folge: dadurch sind die gesammelten Spendengelder in fantastischer Höhe für Tierarztrechnungen (durch seuchenerkrankte, eingeführte Hunde) regelrecht sinnlos verschwendet worden, denn in vielen mir bekannten Vorfällen schaffen die meisten Tiere / Hunde es nicht und müssen hier trotz tierärztlicher Hilfe elendig verenden und diese Krankheitsviren auch noch zusätzlich in unserer Umgebung verbreiten.

Unsere Meinung:
Das ist so, man muss sich immer überlegen, ob der Empfänger die Hilfe auch sinnvoll umsetzen kann, wenn man sie anbietet. Vielleicht fehlte auch weitere Hilfestellung. Offenbar ist aber nun jeglicher Unterstützungswille erloschen, wie man aus den Ausführungen entnehmen kann.
Das, was hier als Horrorszenario geschildert wird, ist uns in unserer Arbeit völlig fremd – aber völlig!


Liebe Tierschützer, die ich jetzt hierdurch anspreche, seid ihr wirklich der Meinung, dass so etwas sinnvolle Tierschutzarbeit ist?
Wenn ja dann macht weiter so, dann seid ihr nicht besser als die Menschen die qualvolle Tiertransporte billigen und einfach mit "Schwund" rechnen.
Meine aufgeführten Zeilen sind aus Sammlungen von Erfahrungen, Erlebnissen mit sog. und völlig unkompetenten und "kurzsichtigen" Tierschützern leider Fakt und Wahrheitserlebnisse und ich finde da dürfen wir unter dem Deckmantel des "Tierschutzes" nicht weg schauen.

Unsere Meinung:
Wir können nicht nachvollziehen aus welchen Beziehungen diese Sammlungen von Erfahrungen, Erlebnissen mit sog. und völlig unkompetenten und "kurzsichtigen" Tierschützern herrühren. Wie überall, ist nicht auszuschließen und anzunehmen, dass es diese Randgruppen gibt, denen ein Fehlverhalten zum Schaden seriöser Auslandstierschützer vorzuwerfen wäre.
In solchen Fällen ist es immer richtiger Ross und Reiter zu nennen, um zu einer konkreten Verbesserung beizutragen als in einem allgemeinen Rundumschlag nur sog. Tierschützer zu benennen und den Eindruck zu erwecken, dass das der Auslandstierschutz wäre.


Erkenntnis: Wir werden auch in Zukunft sehr gerne helfen, jedoch wird unsere Haupthilfe den Tieren / Hunden in unseren Regionen an erster Stelle stehen, damit die von uns betreuten und therapierten Hunde eine vernünftige Chance haben in geeignete Hände vermittelt zu werden.
Tierschutzarbeit sollte mit Herz, Sachverstand und hilfreich durchgeführt werden, denn nur so kann sie auch in Zukunft von sinnvollem Nutzen sein.

Unsere Meinung:
Nun ja, es steht ja jedem frei seine Hilfe dort anzubieten, wo sie nahe liegend ist und in diesem Falle, damit die von Ihnen betreuten und therapierten Hunde eine vernünftige Chance haben in geeignete Hände vermittelt zu werden.
Dann seien Sie aber nicht engherzig und lassen Sie auch Hilfe für die Tiere zu, die nicht in Schleswig-Holstein leben. Und wenn Sie bei denen etwas zu bemängeln haben, die diese Hilfe nicht korrekt handhaben, dann benennen Sie diese namentlich kritisch, die Foren kennen Sie ja, oder bieten Sie ihnen Ihre fachliche Hilfe an. Jedoch bitte keine Allgemeinplätze.
Aber außerdem, Deutschland über alles ist von gestern, heute ist uns Europa und die Welt ganz nah.


Zu fernmündlichen Kommentaren bin ich gerne unter 04322 9618 bereit!"
Mit freundlichen Grüssen
Ernst Hoff, Geschäftsführer v. Therapie for Dogs e.V.
und behördlich anerkannter Sachverständiger nach § 8 Abs. 2 des GefHG des Landes Schleswig-Holstein
mailto:ernst@therapie-for-dogs.de
www.therapie-for-dogs.de