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Wenn man Auslandstierschutz hört,




 

... dann gibt es viele Menschen, die mit Mitleid das Unrecht und die Not erkennen, denen Haustiere immer noch in anderen europäischen Mitgliedslndern ausgesetzt sind. Aber es gibt auch welche, deren Denken mehr von Eigeninteressen bestimmt ist und für die sich der Schutz der Kreatur vornehmlich auf den Bereich vor der eigenen Haustür beschränkt und die das auch abgrenzend argumentieren. Nun, nicht alle denken gleich und jeder möge seine Position finden. Aber wer helfen will und kann, hilft dort, wo die Not deutlich sichtbar ist und redet auch weniger darüber sondern tut es.

Lesen sie mal, welchen guten Weg eines dieser Tiere genommen hat

"Wir wussten so einiges darüber, wie unser Hund sein sollte. Das mussten wir auch, denn er oder sie sollte an meiner Arbeit in einer Mädchenwohngruppe in der tiergestützten Pädagogik eingesetzt werden und lieb zu unseren eigenen Kindern sein. Außerdem wünschten wir uns einen lauffreudigen, kinder- und katzenlieben Hund, jung, aber kein Welpe mehr, am liebsten ein Mädchen und nicht zu groß. Ach ja - und aus dem Tierschutz sollte sie sein.

Bei solch konkreten Vorstellungen war der perfekte Hund unserer Meinung nach gar nicht zu finden. Diese Annahme bestätigte sich, als wir die umliegenden Tierheime besuchten. Über das Internet wurden wir dann auf Tiervermittlungen aus dem Ausland aufmerksam - ungefähr ebenso schnell, wie wir unseriöse Seiten fanden und eine Menge an Warnungen. Außerdem kam die Sorge bezüglich diverser Mittelmeerkrankheiten ins Spiel.

Da wir dennoch daran festhielten, ausschließlich einem Hund ein Heim zu geben, der es dringend nötig hat, begann unsere Recherche. Sie endete letztlich bei Euch - Tierhilfe über Grenzen. Ohne auch nur ein Bild von einem Hund angesehen zu haben, suchten wir Informationen über Euch und dann den ersten Kontakt. Wir fühlten uns von Anfang an gut betreut und beraten und außerdem sicher, dass ihr Euer Bestes gebt - für die Tiere, nicht den Profit.

Nachdem wir unsere Wunschbeschreibung abgegeben haben, gab es einen Tipp. Wir sahen die Fotos des Wurfes durch und waren sofort gebannt, als wir diese schwarz-rosa gestreifte Nase sahen. Größe und Alter war plötzlich völlig egal. Jetzt blieb es zu klären, wie sie sich mit Katzen und Kindern versteht. Dankenswerterweise machtet Ihr Euch gleich zum Praxistest auf. Wenige Wochen später war es dann soweit. Am Flughafen, wartend mit Anderen, die sich als deutsche Pflegestellen zur Verfügung stellen, kamen die Hunde an. Ich sah sie trotz Getümmel sofort - DIESE NASE...

Ihre Zutraulichkeit ist damals schon bemerkenswert gewesen, angesichts dieser Stress-Situation. Nach anfänglichen Phasen, in denen Alisa, die mittlerweile Lola heißt, sehr ängstlich war, ist sie heute oft mutiger, als man es ihr ansieht. Liebte unsere Kinder von Anfang an und hat sogar unseren Katzen den Hundehass ausgetrieben. Mein Sohn bezeichnet sie als "Beste Freundin" und würde sie für nichts in der Welt wieder her geben. Lola ist ein fantastischer Familienhund. Draußen ist sie wild und ausgelassen, spielt leidenschaftlich. Im Haus besetzt sie das Sofa und schnarcht, dass die Wände wackeln.

Wir danken für die tolle Vermittlung und wünschen bei der weiteren Arbeit alles erdenklich Gute."


Hunde und Katzen in Not

Quelle: Zoologischer Zentralanzeiger, Fachmagazin der Heimtierbanche, ZZA 7/2003 S. 26 (vg)
http://www.zza-online.de/artikel/030726.html

Müssen wir Hunde und Katzen importieren?

Während hierzulande die Tierheime voll sind mit heimatlosen Heimtieren, scheint gleichzeitig ein Importboom an Tieren zu herrschen, die anderswo niemand haben will. Wie passt das zusammen? Und: Was geht das den Zoofachhandel an? Wer fährt nach Italien und kann auf dem Rückweg heimatlose Hunde mitnehmen?“ - „Retten Sie die Straßenhunde in Rumänien!“ - „Bewahren Sie russische Katzen vor dem Kochtopf!“ - Solche Aufrufe appellieren unmittelbar ans Herz: Welcher Tierliebhaber könnte sich dem Mitleid mit diesen armen Geschöpfen verschließen?

Das Ergebnis sehen wir dann unter anderem in den einschlägigen TV-Sendungen. „Liebevolles Zuhause für gequälten Windhund aus Irland gesucht“, anschließend werden die einäugige Katze und ihr süßer Nachwuchs vorgestellt, die kürzlich in Spanien aus lebensbedrohlichen Zuständen befreit wurden. Gerettet und befreit, so weit so gut.

Man könnte sich zurücklehnen im guten Gefühl, der Tierschutz habe einen Sieg errungen. Wenn nicht in den hiesigen Tierheimen die anderen säßen, auch herrenlos, zum Teil verstoßen, nicht immer gut behandelt, manchmal krank, aber anscheinend einen Grad weniger bemitleidenswert. Außerdem lässt sich bei näherer Beschäftigung mit dem Thema zumindest erahnen, dass das eigentliche Problem mit der Rettung einiger Tiere - und seien es auch noch so viele - keineswegs gelöst ist.

Unsere Meinung:
Einerseits ist das Argument aus der Sicht, sich keinem Wettbewerb ausgesetzt sehen zu wollen verständlich aber es geht dennoch am Tierschutzgedanken vorbei, andererseits hat jeder die Möglichkeit zunächst sein nahes Tierheim aufzusuchen und dort eine Wahl zu treffen bevor er sich anderweitig informiert. Und Werbung für ihre Tiere machen ansässige Tierheime natürlich auch. Also bleibt nur das Thema „Unangenehmer Wettbewerb“.


Das Übel muss in den Ursprungsländern beseitigt werden
, unter anderem durch strikte Geburtenkontrolle. Doch verstärken dort die - übrigens nicht immer legalen - Ausfuhren der "Plagegeister" das Gefühl, man müsse nicht mehr als bisher unternehmen. Prinzipiell wären gezielte Spenden für gut geführte Auffanglager und Kastration im Heimatland der Tiere der bessere Weg.

Unsere Meinung:
Ja, natürlich. Und es gibt viele Beweise, dass das auch von engagiertem Tierschutz vor Ort mit großem Einsatz betrieben wird.
Nur, die nationale Gesetzgebung unterstützt das häufig ungenügend. [18 KB] Dies zu ändern oder sich zumindest dafür einzusetzen, ist eine wesentliche Aufgabe derer, denen umfassender Tierschutz wirklich am Herzen liegt. Aber das ist mühevoll und langwierig. So scheint es einfacher sich auf Abgrenzungen zu verlegen.


Um sicherzugehen, dass die Spenden nicht veruntreut werden - wie offenbar im Fall einer Spendensammelaktion zugunsten rumänischer Straßenhunde, deren Erlös Zeitungsberichten zufolge in die Taschen der Organisatoren flossen - sollte man sich grundsätzlich vorher beim genannten Spenden-TÜV, dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin, über die Seriosität von Hilfsorganisationen informieren.

Unsere Meinung:
Leider ist das in vielen Bereichen - und nicht allein im Tierschutz - eine Feststellung, dass unseriöse Leute Einfluss nehmen. Das ist sogar bei großen, anerkannten Organisationen der Sozialfürsorge ein Thema. Ja, man muss sich sicher sein, wem man eine Spende anvertraut.


Fast jeder kennt herzzerreißende Geschichten von mitgebrachten Urlaubstieren aus dem näheren Umfeld. Der herrenlose Hund am Strand bzw. die winzige Katze am Urlaubsort, halb verhungert und dabei so zutraulich - Herz in die Hand und Tier mit nach Hause genommen, mühsam aufgepäppelt, oft genug durch langwierige und kostspielige Tierarztbesuche von schweren Krankheiten geheilt oder zumindest stabilisiert. In vielen Fällen konnte das Tier auch hier nicht mehr gerettet werden, doch oft ist man glücklich miteinander. Lässt man die Vermutung beiseite, dass viele dieser mitgebrachten Tiere ohne Impfungen über die Grenzen geschmuggelt werden (und leider auch Krankheitserreger einschleppen), kann man solche Rettungsaktionen verstehen, mitfühlen und gutheißen.



Weiße und schwarze Schafe

Anders verhält es sich mit organisierten Tiertransporten, wo regelmäßig Gruppen von Tieren "eingesammelt", nach Deutschland verbracht, in hiesigen Auffangstationen betreut und weiter vermittelt werden. Die öffentlichen Tierheime nehmen dazu ungern Stellung: "Jedes hierzulande vermittelte Tier aus dem Ausland nimmt einem unserer Tiere die Chance auf ein Zuhause", sagt eine Tierheimleiterin, die lieber nicht genannt werden möchte. Der Grund liegt auf der Hand: Engagierte Tierfreunde wirken unglaubwürdig, würden sie einen Unterschied zwischen heimischen und ausländischen Tieren machen. Hinzu kommt, dass es nicht selten in Tierheimen Beschäftigte oder deren Förderer sind, die sich gleichzeitig für die Rettung von Hunden und Katzen im Ausland einsetzen. Sie gewährleisten eine möglichst optimale, auch tierärztliche Betreuung. Dass ein Teil dieser Tiere später abgegeben und dann - jetzt rechtlich einwandfrei - im öffentlichen Tierheim landet, dürfte auch keine Seltenheit sein.

Unsere Meinung:
Nicht alle Tierheime sehen in Auslandstieren eine Konkurrenz. Viele Tiere die langfristig in Tierheimen verbleiben, sind Listenhunde und andere schwer vermittelbare Tiere. Und insofern kann es durchaus eine Bereicherung sein, wenn ein Tierheim nach eigener Auswahl ein Auslandstier zur Vermittlung aufnimmt. So ist allen geholfen.
Dass Tiere später wieder im Tierheim landen hat mit Auslandstierschutz nichts zu tun sondern ist einzig eine Frage der Verantwortlichkeit des Besitzers vor oder nach einer Entscheidung oder ggf. eines Notfalles.


Aber dann gibt es ja auch noch die schwarzen Schafe, die aus dem Mitleid mit der Kreatur ein einträgliches Geschäft machen
. Für sie ist der Hundesammeltransport nach Deutschland, Österreich, Schweiz etc. kein tierschützerisches Anliegen: fast kostenlos bekommen, teuer weiterverkauft, tolle Spanne. Manche reiten auf der Mitleidstour und setzen auf die Gutgläubigkeit der Tierliebhaber. Tierärztlich untersucht und geimpft sind diese Tiere in der Regel nicht. Besonders Dreiste verkaufen die herrenlos eingefangenen Hunde sogar mit getürkten Papieren als Rassehunde mit ellenlangem Abstammungsnachweis. Da die geretteten Hunde in der Regel in einem schlechten gesundheitlichen Zustand in Deutschland ankommen (besonders hoher Mitleidseffekt!) und gerade professionelle Hundehändler es geschickt verstehen, nur einzelne Hunde vorzuführen, kann der Laie oft nicht einmal an den Haltungsbedingungen erkennen, dass er es hier mit einem gewissenlosen Geschäftemacher zu tun hat.

Unsere Meinung:
Es gibt leider nichts, was es nicht gibt. Man kann nur raten, die Augen aufzumachen, mit wem man umgeht. Das gilt für alles. Auch bei den traurigen Kulleraugen der farbigen Kinder. Leider gibt es auch im Handel schwarze Schafe die ihre Tiere aus zweifelhaften Quellen beziehen und ohne weitere Rücksicht auf gesundheitliche Konditionen diese vermarkten. Wir möchten jedenfalls unsere Tiere, für die wir uns einsetzen, nicht in solchen Händen sehen und finden und gehen dagegen vor, wenn wir derartigen Machenschaften begegnen.



Was hilft den Tieren?

Das häufigste Argument - "Das ist mir alles egal, wichtig ist, dass den armen Tieren geholfen wird" - ist einerseits richtig, kommt andererseits den unseriösen Tierhändlern optimal zugute und lindert nicht die weiter bestehende Not der Tiere im jeweiligen Heimatland. Man kann darüber streiten, ob es nicht auch in deutschen Tierheimen genug Hunde und Katzen gibt, die dringend ein gutes Zuhause brauchen und zuerst vermittelt werden sollten, bevor man den Import weiterer Tiere unterstützt. "Angesichts des Leids vieler dieser Tiere führt ein Hund oder eine Katze in einem deutschen Tierheim doch ein glückliches Leben", so die Besitzerin eines mallorcinischen Straßenhundes, dessen zertrümmerter Vorderlauf amputiert werden musste und der zudem am Herzbandwurm leidet...

Unsere Meinung:
Wer möchte, der streite darüber. Wer die Not eines Tieres lindern oder beseitigen möchte, hat dazu keine Zeit.



Im Prinzip kann dem Zoofachhandel egal sein, woher die Hunde und Katzen seiner Kunden stammen. Allerdings ist gerade der Umgang mit importierten Tieren nicht ohne Tücken. Vor allem unerfahrene Besitzer, die mit einem kranken Straßenhund oder einer aus elenden Lebensumständen geretteten Katze wahre Dramen erleben, können von der Heimtierhaltung schnell wieder - für immer - Abstand nehmen. Vor allem gesundheitliche Aspekte, aber auch der nicht immer einfache Umgang mit oft traumatisierten Tieren sind ein handfestes Argument gegen Importe.

Unsere Meinung:
Nein, das ist kein grundsätzliches Argument gegen Importe. Das könnte es allenfalls sein wenn ein unseriöses Handeln vorliegt. Es ist für seriösen Auslandstierschutz eine Selbstverständlichkeit umfassende Informationen für jedes Adoptionstier zu geben und auch anschließend mit Freude den Kontakt zur Adoptionsfamilie zu halten.


Wichtig ist, dass unseriösen Tierhändlern das Handwerk gelegt wird.
Beobachtete oder in Erfahrung gebrachte Missstände sollten unbedingt angezeigt werden. Wichtig ist ferner die sofortige Gesundheitskontrolle der aus dem Ausland stammenden Tiere. Tierärzte können ein Lied davon singen, mit welchen Krankheiten die meisten dieser Tiere befallen sind, einige davon sind auch unter hiesigen Bedingungen ansteckend. Häufig handelt es sich um ein ganzes Füllhorn behandlungsbedürftiger Symptome und in nicht wenigen Fällen ist Sterbehilfe die beste Hilfe.

Unsere Meinung:
Dass unseriösen Tierhändlern das Handwerk gelegt wird, wird jeder Tierschutzverein unterstützen. Das ist grenzunabhängig. Ein Horrorszenario über kranke Tiere aus dem Auslandstierschutz aufzubauen scheint mir aber fehl am Platze und lässt eine tendenzielle Absicht vermuten. Ein seriöser ausländischer Tierschutzverein kann sich gar nicht leisten seine Abnehmer hinters Licht zu führen. Er würde seinen Kontakt verlieren, auf den er angewiesen ist. Und wem in "nicht wenigen Fällen die Sterbehilfe die beste Hilfe" ist, setzt sich voll in den Gegensatz, auch kranken, verwundeten, verunfallten und misshandelten Tieren wieder zu einem lebenswerten Leben JEDE Unterstützung zu geben.



Der Zoofachhandel kann beratend dazu beitragen, dass seine Kunden zumindest nicht uninformiert in eine Situation geraten, deren Ausmaß und Tragweite sie kaum abschätzen können. Dies betrifft nicht nur den durch Tierarztbesuche strapazierten Geldbeutel, sondern vor allem die mit dem Leid der Tiere verbundenen Emotionen, bis hin zur Trauer und Verlust. Letztlich hat dieser Einsatz das Problem der Straßenhunde und -katzen noch nicht einmal verringert.

Unsere Meinung:
Richtige und aufrichtige Information ist immer wichtig und wird auch dankend angenommen.
Dass letztlich dieser Einsatz das Problem der Straßenhunde und -katzen noch nicht einmal verringert hat, zeigt doch nur, dass dringend weiterer Einsatz mit Erfolg versprechenden Prioritäten geleistet werden muss. Die unerfreuliche Situation zu beklagen und vor den Risiken zu warnen und sich abzugrenzen reicht dazu allein nicht aus.
Das weist nur auf Unkenntnis oder Ignoranz hin.